„Chance für die Region Fulda“ - Vertragshändler von Sage wollen besser zusammenarbeiten

25.11.2011
Mitglieder des Vereins „Business Partner Mittelstandssoftware“ bei ihrem Treffen in BerlinKlicken um Bild zu vergrößern

Mitglieder des Vereins „Business Partner Mittelstandssoftware“ trafen sich am 16. November 2011 in Berlin

Gegen die geplanten Neuerungen, die der Software-Hersteller Sage gegenüber seinen Vertriebspartnern durchsetzen will, formiert sich immer mehr Widerstand. Der Verein „Business Partner Mittelstandssoftware“, zu dem bereits über 40 Vertragshändler von Sage Deutschland gehören, setzt daher auf die Kooperation zwischen seinen Mitgliedern. „Von der Arbeit des Vereins kann auch die Region Fulda profitieren“, sagt Esmail Akbari, Geschäftsführer von Computer-L.A.N. in Fulda und
1. Vorsitzender des Vereins.

Ab dem 1. Januar 2012 sollen bei der Sage Software GmbH, einem führenden Anbieter von Business-Software für kleine und mittelständische Unternehmen, geänderte Regeln für das Ticket-System gelten. Bisher konnten die Vertriebspartner auf Basis der kostenpflichtigen Partnervereinbarung unbegrenzt viele Kundenfragen an Sage weiterleiten. Ab kommendem Jahr soll es ein Kontingent geben – von gerade einmal zwei Fragen pro Kunde und Modul im Jahr. Ist das Guthaben erschöpft, muss der Händler bei Sage Tickets für 50 Euro pro Stück kaufen. Erhältlich sind sie nur im 10er-Pack. Die Händler wollen sich deshalb besser vernetzen: Wenn ein Händler Hilfe bei einem Sage-Produkt braucht, soll er seine Frage ab sofort im Online-Forum des Vereins veröffentlichen. Die Mitglieder wollen dann gemeinsam nach einer Lösung suchen. „Unser Ziel ist es, dass wir einander so gut helfen, dass wir kein einziges Ticket bei Sage kaufen müssen“, sagte der 1. Vorsitzende Esmail Akbari nach einem Treffen des Vereins in Berlin.

Fertige Lösungen nutzen - und teure Dienstleistungen einsparen

 In dem Forum sollen außerdem alle Erweiterungen für Sage-Produkte gesammelt werden, die von den Mitgliedern des Vereins entwickelt wurden. Solche Zusatzmodule gibt es zum Beispiel für Dokumentenmanagement-Systeme, Fertigungssoftware für den Maschinenbau oder Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM). Andere Mitglieder können diese Lösungen dann auch ihren Kunden anbieten. Diese Module sollen gegenüber Lösungen von Händlern, die nicht im Verein organisiert sind, bevorzugt behandelt werden. „Wenn ein Münchner Unternehmen eine Lösung für den Maschinenbau entwickelt hat, kann die auch für einen Betrieb in Fulda interessant sein“, erläutert Akbari. Da die Anforderungen innerhalb der einzelnen Branchen oft ähnlich seien, könnten bestehende Lösungen auch von Firmen der Region genutzt werden – ohne teure Dienstleistungen bezahlen zu müssen. Im Raum Fulda nutzen circa 250 Firmen Sage-Produkte, sagt IT-Fachmann Akbari.

Innerhalb der ersten gut drei Monate ist die Mitgliederzahl der Business Partner Mittelstandssoftware von 24 auf inzwischen 42 Mitglieder angewachsen – ein Plus von 75 Prozent. Ziel des Vereins ist es, zusammen mit Sage Strategien zu entwickeln, die von dem Software-Hersteller und allen Vereinsmitgliedern gemeinsam getragen werden. „In Zukunft wird eine positive Vermarktung von Sage-Produkten – auch gegenüber der Konkurrenz – nur durch gemeinsame Entscheidungen möglich sein – nicht mehr im Alleingang“, sagt Esmail Akbari.  Um die Kommunikation weiter zu verbessern, wollen sich der Vereinsvorstand und Sage regelmäßig treffen. Der nächste Termin mit der Sage-Geschäftsführung ist für Januar angesetzt. Weitere Informationen zur Arbeit des Vereins gibt es unter http://www.bpmev.org .

Hintergrund: Der Verein Business Partner Mittelstandssoftware

Der Verein „Business Partner Mittelstandssoftware“ ist im August 2011 in Fulda ins Leben gerufen worden und befindet sich derzeit „in Gründung“. Zweck des Vereins ist laut Satzung „die partnerschaftliche, vernetzte und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ von Sage-Vertragshändlern. Zudem sollen die Kommunikation und der Wissenstransfer zwischen den Vertriebspartnern und der Sage Software GmbH als Hersteller gefördert werden. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem die System AG, die DESK Software & Consulting GmbH, die Bents Informationssysteme GmbH und die Computer-L.A.N. GmbH in Fulda.